Leinsamen und Chiasamen – ein Vergleich

Chia- und Leinsamen haben ähnliche Inhaltsstoffe, worin unterscheiden sie sich aber? Ich habe sie hier für einen guten Überblick tabellarisch gegenüber gestellt.  Fett gedruckt sind jeweils die Inhaltsstoffe, die in besonders hoher Konzentration enthalten sind.

Leinsamen                                           Chiasamen
> 40 % Fett 30 % Fett
534 kcal/100 g 485 kcal/100 g
17 g Omega-3FS/100g 23 g Omega-3FS/100g
6 g Omega-6FS 17 g Omega−6FS
Omega-3 zu -6FS-Verhältnis ist 2,83 : 1 Omega-3 zu -6FS-Verhältnis ist 1,35 : 1
18 % Protein 17 % Protein
0,41 g Tryptophan/100 g hoher Tryptophangehalt:0,4-0,7g/100g
0-8 g KH/100g 8 g KH/100 g
230 mg Calcium 600 mg Calcium
Kupfer 0,45 mg/100g

Mangan 1,35 mg/100g

Zink 1,5 mg/100g

Kupfer 0,9 mg/100g

Mangan 2,7 mg/100g

Zink 4,5 mg/100g

ca. 340 mg/100g Magnesium

ca. 8 mg/100g Eisen

ca. 340 mg/100g Magnesium

ca. 8 mg/100g Eisen

3 mg/100 g Vitamin E 0,5 mg/100 g Vitamin E
0,3 mg/100g Vitamin B1 0,6 mg/100g Vitamin B1
0,56 mg/100g Vitamine B2

0,9 mg/100g Vitamin B6

0,19 mg/100g Vitamine B2

0,3 mg/100g Vitamin B6

300-370 mg/100 g Lignane 100 mg/100 g Lignane
35 % Ballaststoffe 35 % Ballaststoffe

Tryptophan ist die Aminosäure, die zur Herstellung des sogenannten Glückshormons Serotonin benötigt wird und ist also für gute Laune und Ausgeglichenheit erforderlich. Auch Cashewkerne (0,45 g/100g) und Kürbiskerne (0,53 g/100g) haben einen recht hohen Gehalt an Tryptophan.

Lignane sind sekundäre Pflanzenstoffe mit antioxidativer und entzündungshemmender Wirkung. Ausserdem zählen sie zu den Phytoöstrogenen, d.h. sie haben eine östrogenähnliche Wirkung und wirken somit ausgleichend bei Östrogendominanz oder Östrogenmangel.

Vitamine A, C und K sich in beiden Samen nur in nicht nennenswerten Mengen vorhanden.

Wegen der Schwermetallbelastung wird empfohlen, nicht mehr als 20 g (=2 EL) Leinsamen pro Tag zu sich zu nehmen.

Bei Chiasamen hat man bisher keine nennenswerte Belastung mit Schwermetallen gefunden. 

Nährwerte sind dem Bundeslebensmittelschlüssel entnommen.

Die Farben unserer Lebensmittel

Frisches Grün, leuchtendes Gelb, saftiges Rot, sattes Blau-Violett – verantwortlich dafür sind verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe.

Grün ist schon bei Hildegard von Bingen die Farbe der Heilkraft, sie bildete den Begriff Viriditas = Grünkraft (vom lat. viridis = grün). Chlorophyll macht Salate, Erbsen, Gurken, Spinat, Grünkohl, Brokkoli, Lauch und Kiwis grün. Chlorophyll, Glycosinolate (in verschiedenen Kohlsorten) und Sulforaphan (v.a. in Brokkoli, Kapuzinerkresse und Meerrettich) steigern die Aktivität der Immunzellen, helfen beim Entgiften und schützen die Zellen. Epigallocatechingallat des grünen Tees wirkt entgiftend und antioxidativ.

Anthozyane färben Heidelbeeren, Holunderbeeren, Brombeeren, Feigen, Rote Beete, Radicchio, Rotkohl oder Auberginen blau und lila. Sie schützen unsere Haut, sind gut fürs Sehen und wirken Entzündungen entgegen.

Carotinoide bringen das Orange in Karotten, Kurkuma, Apfelsinen, Mandarinen, Mango, Kürbis, Aprikosen. Curcurmin ist das stärkste natürliche entzündungshemmende Mittel. Auch die Polyphenole, Terpene, Flavonoide aus der Schale von Zitrusfrüchten wirken entzündungshemmend. Beta-Karotin schützt z.B. die Haut vor der schädigenden UV-Strahlung und ist gut für die Augen. Lycopin (ein weiteres Carotinoid) ist in den roten Tomaten, Roter Beete, Hagebutten, Radieschen für die Rotfärbung verantwortlich. Viele Carotinoide wirken als Antioxidantien und wirken so  Entstehung von Krankheiten und der Hautalterung entgegen. Resveratrol aus dem Rotwein ist ein Anti-aging-Faktor und wirkt blutdrucksenkend. 

Auch weiße Lebensmittel enthalten wichtige sekundäre Pflanzenstoffe: Allicin im Knoblauch wirkt entgiftend, Quercetin aus Zwiebel und Apfel wirkt antiallergen,

Der schwarze Kakao enthält Antioxidantien, Proanthocyanidine und Polyphenole für die positive Effekte auf das Herz-Kreislauf-System nachgewiesen sind.

All diese positiv wirkenden Stoffe nehmen wir täglich zu uns, wenn wir natürlich bunte Lebensmittel konsumieren!

Warum bunt?

Sekundäre Pflanzenstoffe machen unser Leben bunt!

Unsere Lebensmittel versorgen uns mit Makronährstoffen (Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette) und  Mikronährstoffen (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe).

Obst und Gemüse enthalten beachtliche Mengen an sekundären Pflanzenstoffen. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse enthält 1-2 g sekundäre Pflanzenstoffe, das ist ein Cocktail aus 5000-10.000 verschiedenen Verbindungen pro Tag!

„Sekundär“ heißen sie, weil sie als Zweites entdeckt wurden. Wir kennen sie alle aus unserem täglichen Leben, denn sie machen unser Leben bunt. Sie sind verantwortlich für die Farbe unserer Früchte, für deren Geruch und für andere Sinneswahrnehmungen, wie z.B. die Schärfe von Pfeffer oder die zusammenziehende Wirkung von Tee.

Bis vor kurzem wurde der positive Einfluss von Obst und Gemüse zur Vorbeugung chronischer Krankheiten vor allem den Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen zugeschrieben. Die Bedeutung der sekundären Pflanzenstoffe ist aber wahrscheinlich noch größer als die der Vitamine. Als lebenswichtige Substanzen müssen wir neun essentielle Aminosäuren, zwei essentielle Fettsäuren, dreizehn Vitamine, dreizehn Mineralstoffe und 10.000 sekundäre Pflanzenstoffe mit unserer Nahrung aufnehmen.

Was ist gesund?

Was gesund ist, kann natürlich individuell und abhängig von der Situation sein. Wir gehen hier von relativ gesunden Menschen unseres Kulturkreises aus, die möglichst lange gesund, fit und körperlich sowie geistig leistungsfähig bleiben wollen.

Im Folgenden beschreibe ich kurz, an welchen Grundsätzen wir uns in diesem Blog und bei den Rezepten orientieren:

  • trinke viel, energiearm und gesund: Du wirst hier Rezepte für natürlich aromatisiertes Wasser u.ä. finden
  • wir bevorzugen Lebensmittel mit hoher Vitalstoffdichte und niedriger Energiedichte
  • wir favorisieren Pflanzenkost, möglichst frisch, biologisch produziert, wenn möglich aus dem eigenen Garten oder von der Wiese, regional und evtl. saisonal
  • maximal 5-10 % der aufgenommenen Energie stammt aus tierischer Quelle, d.h. Milch, Milchprodukte, Fleisch und Fleischprodukte gibt es selten, nur als Ausnahme evtl. an Festtagen
  • Hülsenfrüchte, die Pseudogetreide Quinoa und Amaranth und Nüsse sind dagegen ein wichtiger Bestandteil unserer Ernährung
  • wir versuchen auf Zucker vollständig zu verzichten und nutzen zum Süßen Früchte, Trockenfrüchte oder natürlichen Agavendicksaft bzw. Kokosblütensirup oder -zucker, die einen niedrigen Glycämischen Index haben
  • ebenso meiden wir Weißmehl und benutzen stattdessen nach Hildegard von Bingen selbstgemahlenen Dinkel, Vollkorn- oder Saatenbrot oder verzichten ganz auf Getreideprodukte
  • gesalzen wird nicht in der Küche, am Tisch steht – neben frischen Kräutern, gerösteten Nüssen und Saaten oder Sprossen, Pfeffer und Kurkuma – Gomasio oder Fleur de sel, so dass jeder wenn nötig fein nachwürzen kann